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Was kann der Grund dafür sein, daß nach der ersten Verliebtheit die Leidenschaft nachläßt?

Viele Menschen beiderlei Geschlechts klagen häufig darüber, daß nach der ersten Verliebtheit die Leidenschaft in ihrer Beziehung zurückgeht. Sowohl Männer als auch Frauen erzählen, daß sie weniger Sex miteinander haben und diesen nicht mehr so genießen können wie am Anfang. Woran kann das liegen?

Es gibt verschiedene Gründe, die dazu führen können, daß die Leidenschaft in einer Beziehung nachläßt. Bevor man voreilig der Beziehung keine Chance mehr gibt, sollte man sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Wenn zwei Menschen zusammenkommen, entsteht immer auch eine Chemie zwischen den beiden. Zwischen Mann und Frau besteht eine natürliche sexuelle Spannung, die aus der biologischen Gegensätzlichkeit resultiert. Die Intensität dieser Anziehung ist aber nicht bei allen Menschen gleich. So kann es vorkommen, daß zwei Menschen sich verlieben und sich in vielen Dingen gegenseitig bereichern, die sexuelle Spannung aber von Anfang an eine untergeordnete Rolle spielt. Läßt der Rausch der Verliebtheit nach, der den hormonellen Stoffwechsel beeinflußt, wird dieser Mangel an gegenseitiger Anziehung den Partnern bewußt und die Lust leidet darunter.

Auch der ganz normale Alltag kann der Erotik in einer Beziehung schwer zu schaffen machen. Wenn sich die ganze Aufmerksamkeit der Partner nur noch auf berufliche Angelegenheiten, Einkaufßtreß, die fällige Steuererklärung usw. bezieht, bleibt die Lust und die Freude aneinander schnell auf der Strecke.

Ein anderer wichtiger Grund für das Nachlaßen der Sexualität in festen Beziehungen führt uns in psychologische Bereiche. Wir alle sind geprägt von Beziehungsmustern, die in unserer Kindheit festgelegt wurden. Wenn die psychische Ablösung von Elternfiguren nicht gut gelungen ist, kann folgendes paßieren: in einer festen Bindung wird man unbewußt an die „erste" erotische Beziehung im Leben erinnert, nämlich die zum gegengeschlechtlichen Elterteil. Der Partner gerät dann, ganz langsam und unmerklich, in eine Elternrolle. Wir projizieren den „Papa" auf unseren Mann oder die „Mama" auf unsere Frau. Unbewußt erwarten wir vom anderen die Verhaltensweisen, die eigentlich die Aufgabe von einer Mutter oder von einem Vater wären, nämlich z.B. emotionale oder finanzielle Versorgung, ein „Sich-Kümmern" usw. Die Folge davon ist, daß wir unsere Erotik aus der Beziehung auslagern, weil diese, psychologisch gesehen, hier nichts zu suchen hat. So kann es paßieren, daß wir den Partner sexuell nicht mehr anziehend finden. In Wahrheit aber verwechseln wir unseren Partner mit einem Elternteil und wir beginnen, ihn nicht mehr als sexuelles Wesen wahrzunehmen. Wenn man sich diese Verwicklung bewußt macht und die Projektion wieder zurücknimmt, kann man die Beziehung wieder neu beleben. Eine psychologische Beratung kann hier sehr unterstützend wirken.

Wenn also die Lust aus Ihrer Beziehung verschwunden ist, dann fangen Sie an, bei sich selbst nach den Gründen zu suchen und beginnen Sie, Ihren Partner einmal wieder mit den Augen eines Mannes oder einer Frau zu sehen!

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